Motorrad mit Autoführerschein fahren: was wirklich erlaubt ist
Der Sommer kommt, die ersten Motorräder rollen wieder durch die Straßen und du fragst dich: Mit deinem Autoführerschein in der Tasche, was geht da eigentlich auf zwei Rädern? Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass Autofahrer ohne große Mühe eine 125er fahren dürfen. Oder du überlegst, ob sich der Aufwand für einen richtigen Motorradführerschein lohnt, wenn du eigentlich nur am Wochenende ein paar entspannte Touren fahren willst.
Die gute Nachricht zuerst: Mit deiner Klasse B hast du mehr Möglichkeiten, als du denkst. Die etwas weniger gute: Ein paar Regeln musst du kennen, damit du am Ende auch wirklich das fährst, was du willst. In diesem Beitrag klären wir, welches Motorrad du mit Autoführerschein fahren darfst, was die B196 mit deiner Fahrerlaubnis zu tun hat und welcher Weg auf zwei Räder für dich am meisten Sinn macht.
Das Team MYCOVER® klärt auf!
Inhaltsverzeichnis
- Darf man mit dem Autoführerschein Motorrad fahren?
- 125er fahren: Diese Wege gibt es
- Welches Motorrad darf man mit Klasse B fahren?
- Was kostet der Motorradführerschein, wenn du schon Klasse B hast?
- E-Motorrad mit Autoführerschein: Was geht hier?
- Autoführerschein erweitern: B196, A1 oder A2?
- Fazit: Welcher Weg passt zu dir?
- FAQ – Motorrad fahren mit Autoführerschein
Darf man mit dem Autoführerschein Motorrad fahren?
Mit der Klasse B ist die Klasse AM automatisch enthalten. Ein paar leichte motorisierte Zwei- und Dreiräder darfst du also ohne zusätzliche Prüfung fahren. Dazu gehören Roller, Mofas und Kleinkrafträder bis 50 ccm und maximal 45 km/h, bei E-Modellen bis 4 kW Nenndauerleistung. Erlaubt sind außerdem dreirädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L5e wie die Piaggio MP3 oder ähnliche Dreirad-Roller, wobei bei mehr als 15 kW ein Mindestalter von 21 Jahren gilt.
Alles, was schneller fährt oder mehr Hubraum hat, bleibt ohne Erweiterung gesperrt. Für eine echte 125er brauchst du die Schlüsselzahl B196 im Führerschein, für ein klassisches Motorrad über 50 ccm führt kein Weg an einer richtigen Motorradklasse vorbei.
Bei den Dreirädern kommt es zusätzlich auf das Datum an: Hast du deine Klasse B nach dem 19. Januar 2013 erworben, gilt die Berechtigung für Trikes nur in Deutschland. Im Führerschein steht dann die Schlüsselzahl 194. Wer seinen Autoführerschein (früher Klasse 3) vor diesem Stichtag gemacht hat, darf Dreirad-Roller uneingeschränkt fahren, auch im Ausland.
125er fahren: Diese Wege gibt es
Für eine echte 125er gibt es zwei Wege. Der schnelle ist die Schlüsselzahl B196, eine Erweiterung deiner bestehenden Klasse B. Du machst keine Prüfung, sondern nur eine Schulung in der Fahrschule, und bist damit deutlich günstiger und schneller unterwegs als mit einem vollwertigen Motorradführerschein. Der Haken: Die B196 gilt ausschließlich in Deutschland. Wer regelmäßig im Ausland Touren plant, ist mit dem A1 besser bedient, denn der wird EU-weit anerkannt.
Voraussetzungen, Kosten, der genaue Ablauf der Schulung und die Frage, in welchen Ländern die B196 wirklich nichts wert ist, findest du gebündelt auf unserer Seite zur B196-Erweiterung.
Welches Motorrad darf man mit Klasse B fahren?
Mit der B196 darfst du Leichtkrafträder der Klasse A1 bewegen. Es gelten dieselben Grenzen wie bei A1: bis 125 ccm Hubraum, maximal 11 kW (rund 15 PS) und ein Leistungs-Gewichts-Verhältnis von höchstens 0,1 kW/kg. Eine feste Höchstgeschwindigkeit gibt es nicht, technisch liegen die meisten Modelle bei 110 bis 120 km/h.
Klingt erst einmal überschaubar, ist es aber nicht. Moderne 125er sind alles andere als langweilig. Nakeds, kleine Sportler, Allrounder, Adventure-Modelle: Die Auswahl ist riesig. Du kannst damit problemlos pendeln, kurze Touren fahren und im Stadtverkehr richtig Spaß haben. Für die ersten Jahre reicht das vollkommen.
Beliebte Modelle für B-Führerschein-Inhaber:
- Honda CB 125 R, MSX 125 (Grom)
- KTM 125 Duke
- Yamaha MT-125, YZF-R125
- Aprilia RS 125, Tuono 125
- Kawasaki Z125, Ninja 125
Schau beim Modell-Check immer genau auf die Werte. Hubraum, kW und Leistungsgewicht müssen unter den genannten Grenzen liegen. Wenn auch nur ein Wert darüber ist, brauchst du A1 oder mehr.
Als Beispiel: Die BMW G 310 R sieht zwar wie eine kleine Maschine aus, hat aber 313 ccm und 25 kW (34 PS). Damit fällt sie schon in die A2-Klasse, nicht mehr in A1 oder B196.
Was kostet der Motorradführerschein, wenn du schon Klasse B hast?
Wer schon einen Autoführerschein hat, spart bei einer Motorrad-Erweiterung an einigen Stellen. Den Grundstoff der Theorie kennst du bereits, du machst nur noch den klassenspezifischen Teil. Außerdem fallen Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs und Passbilder weg, die hast du ja schon hinter dir. Der größte Posten bleibt aber bei A1, A2 und A die praktische Ausbildung und die wird durch deine Klasse B nicht kürzer.
Richtig groß ist die Ersparnis deshalb vor allem bei der B196, weil dort gar keine Prüfung anfällt:
| Weg | Kosten (Richtwert) | Aufwand |
|---|---|---|
| B196 (125er) | 700 bis 1.100 € | keine Prüfung |
| A1 (ab 16) | ca. 2.600 bis 3.400 € | volle Ausbildung, Prüfung |
| A2 (ab 18) | ca. 2.300 bis 3.200 € | volle Ausbildung, Prüfung |
| A (ab 24 direkt) | ca. 2.700 bis 3.900 € | volle Ausbildung, Prüfung |
Die Preise sind Richtwerte und schwanken je nach Region und Fahrschule deutlich. In Großstädten zahlst du eher mehr als auf dem Land, in Süddeutschland oft mehr als im Norden. Hol dir am besten zwei bis drei Angebote von Fahrschulen in deiner Nähe und vergleiche. Bei A1, A2 und A kommen zusätzlich Gebühren für Führerscheinstelle, TÜV oder Dekra dazu und eventuell weitere Übungsstunden, falls dein Fahrlehrer der Meinung ist, du brauchst noch ein bisschen mehr Praxis.
E-Motorrad mit Autoführerschein: Was geht hier?
E-Roller und E-Motorräder werden immer beliebter und die Regeln sind im Grunde dieselben wie für Verbrenner. Entscheidend ist die Leistung, nicht der Motortyp. Mit deiner Klasse B darfst du E-Fahrzeuge der Klasse AM fahren, also alles bis 4 kW Nenndauerleistung und 45 km/h.
Willst du ein leistungsstärkeres E-Motorrad bewegen, gelten die normalen Regeln:
- Bis 11 kW: B196 oder A1
- Bis 35 kW: A2
- Über 35 kW: offene Klasse A
Bei E-Motorrädern gibt es eine Besonderheit, die du kennen solltest. Manche Hersteller geben sowohl Nenndauerleistung als auch Spitzenleistung an. Für die Führerscheinklasse zählt die Nenndauerleistung. Ein elektrisches Modell mit 11 kW Dauer und 25 kW Spitzenleistung wäre damit grundsätzlich B196-tauglich. Frag im Zweifel beim Händler oder Hersteller nach den genauen Werten auf dem Typenschild.
Autoführerschein erweitern: B196, A1 oder A2?
Welche Erweiterung die richtige für dich ist, hängt von drei Faktoren ab: Was willst du fahren, wie alt bist du und wie viel Aufwand bist du bereit zu investieren? Hier der direkte Vergleich:
| Punkt | B196 | A1 | A2 |
|---|---|---|---|
| Mindestalter | 25 | 16 | 18 |
| Vorbesitz | Klasse B seit 5 J. | keiner | keiner |
| Prüfung | nein | ja | ja |
| Hubraum | bis 125 ccm | bis 125 ccm | unbegrenzt |
| Leistung | bis 11 kW | bis 11 kW | bis 35 kW |
| Gültig im Ausland | nein | ja | ja |
| Aufstiegsmöglichkeit | nein | ja, auf A2 | ja, auf A |
| Kosten | 700 bis 1.100 € | ca. 2.600 bis 3.400 € | ca. 2.300 bis 3.200 € |
Die B196 ist die richtige Wahl, wenn du in Deutschland bleibst, nur eine 125er willst, schnell erweitern möchtest und keine Lust auf eine Prüfung hast. A1 lohnt sich, wenn du auch im Ausland fahren willst, später auf A2 oder A aufsteigen möchtest oder noch unter 25 bist. Die A2-Klasse ist deine Option, wenn du mehr Leistung willst, langfristig auf eine größere Maschine umsteigen möchtest und sowieso eine richtige Ausbildung machen würdest.
Fazit: Welcher Weg passt zu dir?
Wer als Autofahrer schnell auf eine 125er umsteigen will, ist mit der B196 am besten bedient. Günstig, ohne Prüfung, in wenigen Wochen erledigt. Für alle, die größere Maschinen wollen oder auch im Ausland fahren möchten, ist eine richtige Motorradklasse die bessere Wahl. Einen kompletten Überblick über alle Klassen und ihre Voraussetzungen findest du in unserer Übersicht Motorradführerschein.
Was alle Wege gemeinsam haben: Der Spaß auf zwei Rädern beginnt erst nach dem Führerschein. Und damit du lange Freude an deinem ersten Motorrad hast, lohnt es sich, von Anfang an an den Schutz zu denken. Eine passende Outdoor-Abdeckplane von MYCOVER® hält deine Maschine vom ersten Tag an in Form.
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FAQ – Motorrad fahren mit Autoführerschein
Wie viel ccm darf ich mit Klasse B genau fahren?
Ohne Erweiterung sind es 50 ccm bei maximal 45 km/h, also Klasse AM. Mit der zusätzlichen Schlüsselzahl B196 erhöht sich der Rahmen auf 125 ccm bei bis zu 11 kW Leistung. Alles darüber erfordert eine echte Motorradklasse wie A1, A2 oder A.
Darf ich mit dem Autoführerschein einen Roller oder ein Moped fahren?
Roller und Mopeds bis 50 ccm und maximal 45 km/h sind mit Klasse B automatisch erlaubt. Diese fallen unter die Klasse AM, die in deiner Fahrerlaubnis enthalten ist. Für stärkere Roller, etwa mit 125 ccm, brauchst du auch hier die B196 oder A1.
Was passiert, wenn ich mit einer 125er ohne B196 erwischt werde?
Das gilt als Fahren ohne Fahrerlaubnis und ist eine Straftat. Es drohen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, Punkte in Flensburg und eine Sperrfrist für den eigentlichen Erwerb der Erweiterung. Auch der Versicherungsschutz entfällt im Schadensfall komplett.
Welche zweirädrigen Fahrzeuge darf ich ohne jede Erweiterung mit Klasse B fahren?
Erlaubt sind Mofas und Roller bis 50 ccm Hubraum oder 4 kW Nenndauerleistung bei E-Fahrzeugen, jeweils mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Außerdem darfst du dreirädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L5e fahren, bei denen ab 15 kW ein Mindestalter von 21 Jahren gilt.
Darf ich mit Klasse B ein Trike oder einen Dreirad-Roller fahren?
Dreirad-Roller und Trikes der Klasse L5e darfst du mit Klasse B fahren, bei mehr als 15 kW erst ab 21 Jahren. Wichtig ist das Datum deines Führerscheins: Bei einer Klasse B ab dem 19. Januar 2013 gilt diese Berechtigung nur in Deutschland (Schlüsselzahl 194). Wer seinen Schein vorher gemacht hat, darf solche Dreiräder uneingeschränkt fahren.
Ich habe meinen Autoführerschein schon vor Jahrzehnten gemacht, darf ich dann ohne B196 eine 125er fahren?
Wenn du deinen Führerschein (damals Klasse 3, 2 oder 4, auch in der DDR) vor dem 1. April 1980 gemacht hast, ist die heutige Klasse A1 bereits enthalten. Du darfst dann Leichtkrafträder bis 125 ccm und 11 kW fahren, ganz ohne B196, und diese Berechtigung gilt sogar im Ausland. Beim Umtausch auf den Kartenführerschein wird die A1 direkt eingetragen. Wurde dein Schein ab dem 1. April 1980 ausgestellt, brauchst du für die 125er dagegen die B196 oder eine echte Motorradklasse.
Darf ich mit Klasse B ein Quad fahren?
Leichte Quads der Klasse L6e bis 45 km/h laufen über die enthaltene Klasse AM und sind damit automatisch abgedeckt. Schnellere Quads der Klasse L7e verlangen genau die Klasse B, sind mit deinem Autoführerschein in Deutschland also ebenfalls erlaubt. Ausschlaggebend ist die Fahrzeugklasse in den Zulassungspapieren, die solltest du vor dem Kauf prüfen.
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